Werkverträge: So sparte die Fleischbranche Millionen bei der EEG Umlage

Die deutsche Schlachtbranche hat seit 2012 über 180 Millionen Euro Entlastung bei der EEG-Umlage erhalten. Beigetragen zu diesen Einsparungen hat auch der immer noch massive Einsatz von Werkverträgen. Mit Werkverträgen drücken Schlachthöfe die Löhne ihrer Belegschaft, umgehen die Mitbestimmung durch Betriebsräte und sparen zusätzlich auch noch bei der EEG-Umlage. Brigitte Pothmer kritisiert diese Praxis scharf: "Es ist ein Unding, dass diese Betriebe aus der Ausbeutung ihrer Werkvertragsarbeiter auch noch doppelten Nutzen ziehen – bei Lohn- und Energiekosten."

Die Grüne Position ist klar: Ausnahmen im EEG müssen endlich auf die wenigen  wirklich energieintensiven Branchen, die im internationalen Wettbewerb stehen, beschränkt werden. "Außerdem muss die Praxis, Kosten für Werkverträge bei der Berechnung der EEG-Umlage anders zu behandeln als reguläre Personalkosten, unverzüglich gestoppt werden", findet Pothmer. Denn diese Regelung setze zusätzlich Anreize für die Ausweitung von Werkverträgen und benachteiligt Schlachtbetriebe, die auf Festeinstellungen setzen. Nachdem das Schlupfloch bei der Leiharbeit geschlossen wurde, muss das jetzt auch bei Werkverträgen geschehen.

Die Neue Osnabrücker Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 5. August 2017 über die Kritik von Brigitte Pothmer. Der Artikel ist hier abrufbar.