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Vor sechs Jahren kamen SPD und Grüne mit der Vision von einem ökologischen Aufbruch und mehr sozialer Gerechtigkeit an die Regierung. Auch wenn inzwischen die Ökosteuer, der Atomausstieg und die energiepolitische Wende auf den Weg gebracht wurden, so sind die großen Ziele doch in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Lobbygruppen ziemlich klein geschrieben worden.
Der rot/grüne Traum von mehr sozialer Gerechtigkeit beinhaltete unausgesprochen, dass mehr Geld zur Finanzierung der Sozialpolitik eingesetzt wird. Heute sollen wir lernen, dass Gerechtigkeit Sozialabbau nötig macht.
Ist dies ein notwendiger Abschied von übersteigerten Erwartungen und rot/grünen Lebenslügen und damit eine Weiterentwicklung grüner Politik? Oder ist es die Aufgabe vergangener Ideale? Verbinden sich mit Rot/Grün überhaupt noch relevante ökologische, kulturelle und soziale Konzepte und gibt es für diese Konzepte eine gesellschaftliche Mehrheit? Geht es darum Rot/Grün neu zu beleben oder sollte die Koalitionsfrage offener diskutiert werden?
Über diese und andere Fragen diskutierte
Brigitte Pothmer, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen mit
Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der Zeit und
Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich Böll Stiftung, Berlin
sowie einem neugierigen und diskussionsfreudigen Publikum
am 1. März 2004 in Thünkens Weinbistro in Hannover-Linden im ersten Grünen Salon, einer neuen Veranstaltungsreihe der Stiftung Leben und Umwelt Niedersachsen.