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Sowohl Stillstand als auch Veränderung werden in der Gesellschaft gleichermaßen als Bedrohung empfunden. Für die Kohl-Ära gab es das Bild vom Mehltau, der sich über das Land gelegt hatte. Die Politik trat auf der Stelle, obwohl sich die Krise mit Arbeitslosigkeit, Haushaltsdefiziten, Steuerausfällen und Kostenexplosion in den Sozialsystemen längst abzeichnete und engagiertes Handeln erfordert hätte.
Dieser Stillstand wurde als Bedrohung empfunden.
Jetzt bringt die rot-grüne Bundesregierung Bewegung in die Politik. Steuerreform, Gesundheitsreform, Agenda 2010, Hartz IV und andere Gesetze sollen den Reformstau überwinden.
Aber viele dieser Veränderungen werden ebenfalls als Bedrohung empfunden und treffen auf erbitterten Widerstand. "De Politik hat versagt" lautet eine gängige Erklärung, wenn sich in der Bevölkerung keine Zufriedenheit einstellt.
Wir wollen wissen:
Sind handwerkliche Fehler und Ungerechtigkeiten bei einzelnen Entscheidungen die Ursache für diesen Ärger? Oder wird der Umbau der Gesellschaft grundsätzlich abgelehnt, weil zu viel Liebgewonnenes in Frage gestellt wird? Wieviel Verantwortung zeigen Regierung und Bevölkerung? Gibt es einen Mangel an Vernunft? Und wenn ja: auf welcher Seite?
Über diese und weitere Fragen diskutierten im dritten GRÜNEN SALON
Brigitte Pothmer, Landesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Niedersachsen mit ihren beiden Gästen
Tissy Bruns, leitende Redakteurin des Tagesspiegel Berlin und ehem. Vorsitzende der Bundespressekonferenz und
Wilfried Schulz, Intendant des Schauspiels Hannover
sowie einem neugierigen und diskussionsfreudigen Publikum.
am 23. September 2004 im Ballhoftheater Hannover.