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"Spekulation mit dem Hunger kann tödlich sein", sagte der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Thilo Hoppe an diesem Gesprächsabend und beschrieb damit anschaulich die Folgen der weltweiten Klima-, Ernährungs- und Währungskrise.
Der Grünen-Politiker war auf Einladung von Brigitte Pothmer am 30. Mai 08ins Wahlkreisbüro gekommen, um mit den Gästen aus Hildesheim darüber zu diskutieren, warum sich die deutsche Politik bisher noch nicht auf die neue Dimension der globalen Veränderungen eingestellt hat und welcher Handlungsbedarf erforderlich ist.
Dass weltweit mehr als 850 Millionen Menschen bedrohlich chronisch unterernährt sind und um ihr Überleben kämpfen müssen, ist für Hoppe ein Skandal ersten Ranges. "Statt die Zahl der Hungernden bis zum Jahr 2015 zu halbieren – so das feierliche Versprechen aller Staatsoberhäupter auf der Millenniumskonferenz 2000 in New York – sehen die meisten Regierungen untätig zu, wie jetzt aufgrund der dramatischen Entwicklung der Lebensmittelpreise immer mehr Menschen in existenzielle Not geraten. Im Kampf gegen den Hunger muss es schleunigst Kurskorrekturen geben – und zwar auf allen Ebenen:

"Die Welthandelsorganisation (World Trade Organization =WTO) muss endlich auch über soziale und ökologische Standards diskutieren und auch der Weltsicherheitsrat muss sich dieser Themen annehmen, damit für die Welternährungskrise Lösungsstrategien entwickelt werden die nicht gefüllt Tanks, sondern gefüllt Mägen zum Ziel haben", so Brigitte Pothmer.
Und weil zur Marktliberalisierung auch der Faire Handel gehört, war es eine runde Sache, dass Richard Bruns als Vertreter von EL PUENTE, einer Organisation des partnerschaftlichen Handels, über deren Arbeit berichtete. Und gab damit eine unmittelbare Antwort auf die Frage des Abends, die alle 30 Gäste bewegte: Was kann ich tun?
Fotos: Rudi Zimmeck