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Bei der Übergabe der Tasche in Hildesheim von links Ursula Oelbe, Brigitte Pothmer, Dr. Eva Möllring, Bernhard Brinkmann, Karin Jahns. Foto: Susanne Ferge-Grimm
Frauen verdienen in Deutschland rund ein Viertel weniger als Männer. Aufgrund dieser Tatsache ging 2008 die Initiative für einen "Equal Pay Day" von Frauen-Berufs-Netzwerk der Business Professional Women Germany aus. Der symbolische Stichtag fiel in diesem Jahr auf den 20. März. Das ist der Tag, bis zu dem eine Frau rein rechnerisch seit Jahresbeginn länger arbeiten muss, um genau so viel verdienen wie ihr männlicher Kollege bereits zu Beginn das Jahres. Eine Woche vor diesem Stichtag, dem Equal Pay Day, hat der Hildesheimer BPW Club Mitgliedern aus dem Bundestag die rote "Equal Pay Day"-Tasche mit Info-Materialien und guten Wünschen übergeben.
Die Tasche erhielten Dr. Eva Möllring von der CDU, Brigitte Pothmer von den Bündnis 90/Die Grünen und Bernhard Brinkmann von der SPD.
Ursprünglich kommt die Idee für einen Equal Pay Day aus den USA, wo ihn die amerikanischen Business and Professional Women bereits Mitte der Neunziger Jahre etablierten. Die "Initiative Rote Tasche" wurde in Deutschland 2008 ins Leben gerufen. In der Gesprächsrunde von Bundestagsabgeordneten und Hildesheimer Mitgliedern des BPW Clubs sagte Karin Jahns (1. Vorsitzende):
"Wir wollen die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit tragen und alle Akteure/ innen sensibilisieren und mobilisieren."
Ursula Oelbe (Schatzmeisterin des Clubs) unterstrich: "Der BPW setzt sich sich für einen zügigen Ausbau der Kinderbetreuung in Deutschland ein. Wir wollen mit dem Equal Pay Day die unterschiedlichen Verdienstchancen in einzelnen Berufen und Branchen darstellen und Wege aufzeigen, die zur Erreichung einer Entgeltgleich zwischen Frauen und Männern beitragen können."
Auch die drei Bundestagsabgeordneten bezogen Stellung zu der Problematik der unterschiedlichen Bezahlung. Brigitte Pothmer (Bündnis 90/Die Grünen): "Es ist wichtig, die Möglichkeit von Verbandsklagen von Frauenorganisationen zu erwirken. Damit Frauen stärker gegen Lohnungerechtigkeiten vorgehen können." Pothmer wies dabei auf die Vorgaben in Norwegen hin, nach denen 40 Prozent der Posten in Aufsichtsräten und Vorständen von Frauen besetzt sein müssen.
Dr. Eva Möllring (CDU) will sich für eine statistische Erhebung im Öffentlichen Dienst einsetzen, die offenlegt, wie viel Stellen weiblich besetzt sind und wie die Gehälter sind. Außerdem befürwortet die Vorsitzende der Frauenunion ein Bonussystem für frauenfreundliche Unternehmen. Darüber hinaus müssten Mädchen mehr in technischen Berufen gefördert werden. Bernhard Brinkmann (SPD) findet, dass bei all dem in den letzten 20 Jahren viel erreicht wurde und will sich weiter an positiven Beispielen orientieren.