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Emden.Enercon-Chef Aloys Wobben ist ein echter Sympathieträger so sieht es wenigstens Brigitte Pothmer, Grünen-Bundestagsabgeordnete ausHildesheim. Sie und ihr Auricher Bundestagskollege Thilo Hoppe besuchten im Rahmen einer Wahlkampfreise die Redaktion der Emder Zeitung.

V.l.n.r.: Die Grünen-Bundestagsabgeordneten Thilo Hoppe, Brigitte Pothmer sowie Klaus Peters, Gesamtproduktionsleiter bei Enercon.
Aber woher kommt die Sympathie für Wobben bei der Arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Grünen? ,,Aloys Wobben ist ein Beispiel unserer Leitlinie,dass wir die ökologische und ökonomische Krise bestehen können. Er ist innovativ, schafft Arbeitsplätze und sorgt dafür, dass der Kohlendioxid-Ausstoß reduziert wird", sagte die Abgeordnete. Natürlich wisse sie auch, dass der Besitzer des Windkraftanlagen- Unternehmens mit Gewerkschaftern nicht viel im Sinn habe.Gewerkschafter und SPD-Bundestagsabgeordneter Clemens Bollen aus Leer wurde vor wenigen Monaten der Zutritt zur Auricher Fabrik verwehrt (die Emder Zeitung berichtete).
,Ja, da muss was geschehen. Die gesamte sehr junge Branche der innovativen Techniken auf dem Sektor der Energiegewinnung sind, was Gewerkschaftsarbeit angeht, nicht unumstritten", sagte Pothmer, die seit langem Mitglied bei Verdi ist. Aber das liege teilweise auch an der Richtung, die ,,zeitweise" die IG-Metall eingeschlagen habe. Mittlerweile sei das anders. Pothmer: ,,Und jeder Unternehmer muss eigentlich merken, dass sich gerade in Krisen die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften auszahlt."
,,Unsinn"
Die Aussage Wobbens, seine Rotorblatt-Fabrik mit hunderten von Arbeitsplätzen in Haren im Emsland nicht aufzubauen, wenn in Dörpen ein Kohlekraftwerk entsteht, werten weder Pothmer noch Hoppe als "Erpressung". Für beide sind Kohlekaftwerke Teufelswerk. Absoluter ökologischer und ökonomischer Unsinn", sagte Hoppe.
Das wüssten auch die großen Konzerne, trotzdem setzten sie auf unrentable Kohlekraftwerke. Auch wenn die Speicherbarkeit von Energie noch in den Kinderschuhen stecke, sei das kein Grund, Kohlekraftwerke als Ausgleichsenergiewerke zu schaffen,u m Engpässe zu überwinden.
Pothmer: ,ich bin da sehr zuversichtlich, dass wir eine Technik entwickeln werden, die das Speicherbarkeitsproblem lösen wird." Und wenn Kraftwerke für den Ausgleich gebraucht werden, dann sollten diese mit Gas betrieben werden. Pothmer befürchtet dass die Hinwendung zu konventionellen Energieträgern zu Lasten der erneuerbaren Energien geht, die zukunftsgerichtete Technologie aus den Augen verloren und weniger gefördert wird.
Der Atomausstieg muss erfolgen, besser heute als morgen, sagen die Grünen. Darüber müsse man nicht mehr viele Worte verlieren. Die beiden Abgeordneten sind zuversichtlich, dass sich die Ideen der Grünen in verschiedenen Koalitionen durchsetzen könnten. Pothmer: "Das ist auch ökonomisch sinnvoll." Man baue darauf, bei der Bundestagswahl im September kräftig Stimmen hinzuzugewinnen.
Hamburger Beispiel
SPD-Grüne, das wäre eine Koalition, die beiden behagen würde, aber selbst die CDU komme als Partner in Frage. Das Hamburger Beispiel könnte da Schule machen. Pothmer: "Wir wollen als Partner in einer Regierung unsere Vorstellungen realisieren. Nicht alle, das geht nicht, aber wenigstens einen Teil.
"Eine Jamaika-Koalition (CDU, FDP und Grüne) finden die beiden wenig attraktiv. Obwohl sie rückblickend teilweise große Stücke auf Liberale halten, wie Hoppe und Pothmer auf Hildegard Hamm-Brücher( die 1921 in Essen geborene frühere Abgeordnete trat 2002 aus der FDP aus, Anm. d. Red.). Aber das war eine andere Zeit.
(c) Emder Zeitung, 1.8.09