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Leipzig/Nürnberg (ade/dpa). Die wegen erneuten Datenmissbrauchs in die Kritik geratene Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) müsse sofort vom Netz genommen werden. Das fordert die Arbeitsmarkt-Expertin der Grünen im Bundestag, Brigitte Pothmer.
"Offenbar hat sich das Online-Stellenportal zu einer gigantischen Plattform für Datenklau entwickelt", sagte Pothmer. Wenn Bundesarbeitsminister Franz Josef Jung (CDU) nicht sofort die Notbremse ziehe, mache er sich zum Handlanger der Datenhändler. Bisherige Warnungen habe die Bundesagentur offenbar nicht ernst genommen. Es reiche nicht aus, nur stichprobenartig die Seriosität von Arbeitgebern zu kontrollieren.
Auch der Datenschutzbeauftragte der Linken-Fraktion, Jan Korte, bezeichnete es als nicht hinnehmbar, dass Arbeitssuchende zum Freiwild von Datenkriminellen würden Gestern war bekannt geworden, dass eine Berliner Firma zum Schein etwa 2500 Stellenangebote in die Online-Datenbank gestellt hat, um an die Daten von Bewerbern zu gelangen. Die vermeintlichen Angebote richteten sich unter anderem an Akademiker und reichten von Facharztstellen über pädagogische Berufe bis hin zu Ingenieur- und Managerposten.
"Dieser Fall ist uns Anfang November aufgefallen, weil da eine sehr hohe Dynamik auf dem Account war mit sehr vielen Stellenzugängen", schilderte BA-Sprecherin Anja Huth. Nachdem kein Kontakt mit dem dubiosen Arbeitgeber hergestellt werden konnte, habe die BA mit der Löschung der Angebote begonnen. Mittlerweile sei das Deaktivierungsverfahren abgeschlossen.
Der leichte Zugang zur Jobbörse und damit ein möglicher Missbrauch von Daten war bereits in der Vergangenheit kritisiert worden. Die BA befinde sich in einem Dilemma, erläuterte Huth. "Wir haben nie abgestritten, dass es diese Möglichkeiten gibt. Doch je höher die Zugangshürden sind, desto weniger Angebote haben wir natürlich auch."
(c) Leipziger Volkszeitung