Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:
Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt entwickelt sich nicht so dramatisch wie von vielen befürchtet. Das gilt auch für Niedersachsen. Aber eine Gruppe ist von dieser Entwicklung ausgenommen: Es handelt sich dabei um schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ihre Arbeitslosigkeit wächst gegen den Trend, und sie hat nirgendwo in Deutschland so stark zugenommen wie in Niedersachsen.
Das belegen die Zahlen: Im Juni 2010 ist die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten im Vergleich zum Vorjahresmonat in Niedersachsen um 9,2 Prozent gestiegen, während die allgemeine Arbeitslosigkeit um 4,6 Prozent zurückging. Mit über neun Prozent liegt der Zuwachs in Niedersachsen zudem weit höher als im Bundesdurchschnitt, der 4,5 Prozent beträgt. Niedersachsen ist der traurige Spitzenreiter bei der Zunahme der Arbeitslosigkeit von Menschen mit schweren Behinderungen unter den Ländern. Auf den Plätzen folgen Hessen mit einem Plus von 8,3 Prozent und Bayern mit 7,7 Prozent.
Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise trifft schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer offenbar später als andere, aber dafür umso härter. Bei Neueinstellungen werden Menschen mit Behinderungen häufig nicht berücksichtigt. Ihre Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz sind geringer als die von nicht gehandicapter Personen. Darum muss gegengesteuert werden, damit nicht am Ende die Schwerbehinderten die am härtesten betroffenen Krisenopfer sind und auf Dauer arbeitslos bleiben. Das Land Niedersachsen ist angesichts der dramatisch steigenden Zahlen schwerbehinderter Arbeitsloser besonders in der Pflicht.
Land muss aktiv werden
Die niedersächsische Landesregierung muss aktiv dafür sorgen, dass sich die Chancen von schwerbehinderte Arbeitslose auf einen neuen Job und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt insgesamt verbessern. Dafür kann sie eine Menge tun:
Sie muss sich auf Bundesebene u.a. dafür engagieren, dass
Aber auch in Niedersachsen selbst muss die Landesregierung tätig werden:
Quelle aller Zahlen: Bundesagentur für Arbeit, jeweils Vergleich Juni 2010 mit Juni 2009
Brigitte Pothmer, MdB
Grüne BundestagsfraktionSprecherin für Arbeitsmarktpolitik
15.07.2010