Brigitte Pothmer, MdB

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12. August 2011

Auch in Deutschland wächst der soziale Sprengstoff – immer mehr junge Menschen ohne Ausbildung und Perspektive Grüne gegen Panik – aber auch gegen Bagatellisierung

Vor dem Hintergrund der Jugendkrawalle in Großbritannien und den aktuellen Zahlen zur europaweiten Jugendarbeitslosigkeit hat die niedersächsische Grünen-Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer vor einer Verharmlosung der Probleme gewarnt. "Mindestens so unverantwortlich wie die Panikmache ist eine Bagatellisierung. England ist nicht Deutschland - aber Europa", sagte Pothmer am Freitag (heute) in Hannover. Auch bei uns drohe die Gefahr, dass eine "verlorene Generation" heranwächst. Zwar stehe die Bundesrepublik bei der offiziell registrierten Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich relativ gut da; faktisch seien aber deutlich mehr junge Menschen weder in Arbeit noch in Ausbildung. "Viele Betroffene haben schon aufgegeben und suchen nicht mehr aktiv nach einem Job. Deshalb tauchen sie in der Statistik nicht mehr auf", sagte die grüne Arbeitsmarktexpertin. Zudem würden Jugendliche häufig nur befristet beschäftigt und 1,5 Millionen junger Menschen hätten hierzulande keinen Berufsabschluss und damit schlechte Arbeits- und Lebensperspektiven.

"Die Spaltung nimmt zu und damit auch der soziale Sprengstoff", sagte Pothmer. "Auch die Bundesregierung und die niedersächsische Landesregierung lassen eine nachhaltige Strategie vermissen, mit der allen Jugendlichen die schon durchs Raster gefallen sind oder die davon bedroht sind, neue Chancen eröffnet werden." Die Grünen-Politikerin forderte eine "radikale Wende für mehr und bessere Bildung in Schule, Beruf und Hochschule". Das sei die beste Prävention gegen soziale Ungerechtigkeit und daraus resultierendem Aufruhr.

 

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