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Podiumsdiskussion

29. April 2010

Job–Center oder Options-Kommune für Friesland?

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Friesland hatte zur Podiumsdiskussion eingeladen. Brigitte Pothmer berichtete über die Möglichkeiten der Komune, die Aufgaben der früheren Sozialhilfe und des Arbeitsamtes in Eigenregie durchzuführen.

Unter der Überschrift "Job-Center oder Options-Kommune für Friesland" debattierten mit Pothmer der Leiter der Optionskommune Landkreis Ammerland, Ralf Geerdes, sowie der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Wilhelmshaven, Rudolf Hempfling.

Der Artikel aus der Nordwest-Zeitung im Wortlaut. 

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Bild: Oliver Braun

Debatte um Job-Center-Reform

Arbeitsmarkt Podiumsdiskussion der Grünen – Neue Perspektiven für Friesland

Klare Vorgaben oder mehr Flexibilität: Die Weiterentwicklung in der Organisation der Grundsicherung für Arbeitssuchende ist auch für Friesland ein Thema.

VON OLIVER BRAUN

JEVER - "Ich bin Handlungsreisende in Sachen Job-Center", sagt Brigitte Pothmer. Bei einer Podiumsdiskussion, zu der die Grüne Kreistagsfraktion eingeladen hatte, sprach sich die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion dafür aus, dass die Kommunen vor Ort entscheiden sollen, welches Modell für die Betreuung der Arbeitslosen das richtige ist.

Unter der Überschrift "Job-Center oder Options-Kommune für Friesland" debattierten mit Pothmer der Leiter der Optionskommune Landkreis Ammerland, Ralf Geerdes, sowie der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Wilhelmshaven, Rudolf Hempfling.

Hintergrund ist, dass der Landkreis Friesland bis zum Jahresende beantragen kann, ab 2012 als so genannte Options-Kommune die Betreuung der Hartz-IV-Empfänger in Eigenregie zu übernehmen. Bisher wird das Job-Center von der Kreisverwaltung und der Arbeitsagentur getragen.

Deutschlandweit gibt es 69 Options-Kommunen, darunter das Ammerland. Ziel ist ein konstruktiver Wettbewerb zwischen Kommunen und der Arbeitsverwaltung.

Pothmer zufolge müssten bei der Betreuung der Arbeitslosen mehr Entscheidungen vor Ort möglich sein. "Der lange Arm von Nürnberg entscheidet zu viel, was wir vor Ort mit den Arbeitslosen machen." Carmen Giss, Leiterin des Job-Centers Friesland, betonte, dass in ihrer Behörde sehr lokal gearbeitet werde. "Die Bildungsträger kommen alle von hier." Zudem gebe es keine Vorgaben von der Bundesanstalt für Arbeit, die das Job-Center vor Ort in Individualität und Flexibilität einschränkten.

Ralf Geerdes ging auf die Erfolge seiner Options-Kommune ein, will aber nicht missionieren: "Wenn es in Friesland gut läuft, spricht nichts dagegen, dass es beim Job-Center bleibt." Hempfling sprach sich für klare Vorgaben aus. Was die Mitarbeiter als Freiheit sähen, könnten die Arbeitssuchenden gegebenenfalls als Willkür auffassen.