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Niedriglohnsektor

27. Juli 2010

Mindestlohn statt Armutslöhne

Immer mehr Menschen in Deutschland bekommen nur einen Niedriglohn für ihre Arbeit. Das zeigt eine neue Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ), das seit Jahren den deutschen Niedriglohnsektor untersucht.

Die  wichtigsten Ergebnisse der Niedriglohn-Studie:  

  • Jeder fünfte Arbeitnehmer arbeitet für einen Niedriglohn, das sind insgesamt 6,55 Millionen Menschen. Die meisten von ihnen (80 Prozent) haben eine Berufsausbildung bis hin zum Hochschulabschluss.
  • Besonders betroffen sind Frauen, Mini-Jobber, junge Menschen, befristet Beschäftigte, MigrantInnen und gering Qualifizierte
  • Das Niedriglohnspektrum franst immer mehr nach unten aus, d.h. der Anteil besonders niedriger Löhne wächst. So verdienen zum Beispiel 2,1 Millionen Menschen unter 6 Euro in der Stunde, 1,15 Millionen sogar unter 5 Euro!
  • Kein anderes Land hat in den letzten Jahren eine derartige Ausweitung des Niedriglohnsektors und Entwicklung der Löhne nach unten erlebt wie Deutschland.
  • Um die Ausdifferenzierung der Löhne nach unten zu begrenzen, ist ein gesetzlicher Mindestlohn unverzichtbar.

Schwarz-gelb blockiert Mindestlohn

Trotzdem weigert sich die schwarz-gelbe Bundesregierung, Niedriglöhnen einen wirkungsvollen Riegel vorzuschieben. Sie blockiert einen gesetzlichen Mindestlohn und nimmt sehenden Auges in Kauf, dass immer mehr Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können.

Das ist unsozial und schadet allen. Denn weil Mindestlöhne fehlen, subventioniert der Staat Niedrigstlöhne und Unternehmensgewinne mit mindestens 1,5 Milliarden Euro jährlich für ergänzendes Arbeitslosengeld II. Dieses Geld wäre besser in Bildung und Qualifikation angelegt.

Das kann so nicht weitergehen. Darum fordern wir Grünen die Einrichtung einer Mindestlohn-Kommission, die einen gesetzlichen Mindestlohn für alle bestimmt.

 

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