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Deutschland hat über drei Millionen Arbeitslose und trotzdem fehlen uns die Fachkräfte.Wie geht das denn?
Es gehen mehr alte Menschen in den Ruhestand, als jüngere ins Erwerbsleben einsteigen. Leider führen aber demografischer Wandel und Fachkräftebedarf nicht zum Ende der Arbeitslosigkeit. Offene Stellen und Arbeitslose passen oft nicht zusammen, weil den Bewerbern die Qualifikation fehlt. Um sie in Arbeit zu bringen, müssen sie weitergebildet oder umgeschult werden. Das bedeutet massive Investitionen, die sich aber lohnen.
Unternimmt die Regierung etwas gegen den Fachkräftemangel?
Nein, Schwarz-Gelb streitet lieber. Seehofer will den Zuzug von Fachkräften blockieren, Wirtschaftsminister Brüderle will ihn erleichtern, Innenminister de Maizière verweigert Änderungen. Und obendrein kürzt Arbeitsministerin von der Leyen die Qualifizierungsmittel für Arbeitslose dramatisch.
Wie sieht die grüne Strategie gegen Fachkräftemangel aus?
Notwendig ist ein kluger Mix der Maßnahmen, bei dem Einheimische und Einwanderer nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das bedeutet mehr Qualifizierung in Zukunftsberufe und eine bessere Einbindung von Frauen und Älteren in den Arbeitsmarkt. Im Ausland erworbene Qualifikationen müssen anerkannt sowie die Arbeitsmigration mit einem Punktesystem geregelt und durch abgesenkte Einkommensgrenzen erleichtert werden.