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Artikel im Wortlaut übernommen aus dem Weser-Kurier
Von Julia Vogel
Verden. In Umfragen schneidet die Partei Bündnis 90/Die Grünen derzeit besser denn je ab. "In einigen Bundesländern, wie Baden-Württemberg, liegen wir sogar vor der SPD", freute sich Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer am Sonntag bei der Jahresauftakt-Veranstaltung der Verdener Grünen im Liekedeeler. "Doch können aus den guten Stimmungen im Superwahljahr 2011 auch viele Stimmen werden?", fragte sie vor etwa 50 Mitgliedern und Interessierten, die sich zum "Grünen Brunch" in dem Restaurant eingefunden hatten.
Das Interesse an der Veranstaltung sei schon im Vorfeld so groß gewesen, "dass wir sie gar nicht mehr öffentlich angekündigt haben", erzählte Gesine Ahlers, Fraktionsvorsitzende im Verdener Stadtrat. "Sonst hätten wir vielleicht die Stadthalle mieten müssen."Die Grünen, erklärte Pothmer, stünden vor einer Zeitenwende: "Mitregiert haben wir schon. Jetzt könnte es um die Frage gehen, ob wir eine Regierung auch führen könnten." Immer mehr Menschen begeisterten sich für eine Partei, "die konsequent und am Ende auch kompromissfähig ist."
In einigen Städten und Bezirken hätten sich die Grünen längst zu einer Volkspartei entwickelt. "Einige Kritiker sagen, wir hätten unsere guten Umfragewerte nur der schlechten Verfassung der Regierungsparteien zu verdanken", so Pothmer. Sie aber vertrete die These, dass die grünen Themen in der Mitte der Gesellschaft angekommen seien. Wenn zum Beispiel Lukas Podolski Werbung für Solaranlagen mache, "dann ist das eine kleine Sensation", meinte die Politikerin.
"Denn bisher war der bezahlte Fußball fest in der Hand von Atomstrom- und Automobilkonzernen."Für die Grünen gehe es nun darum, ihren Ideen auch machtpolitisch zum Durchbruch zu verhelfen. "Wer grün denkt, einkauft und sich grün bewegt, muss auch grün wählen", so die Bundestagsabgeordnete.
Weil die Partei auch von enttäuschten konservativen Wählern profitiere, stelle sich die Frage, wie der Anspruch vor allem der Mitglieder nach avantgardistischen Zukunftskonzepten zu erfüllen sei "und gleichzeitig viele Menschen bei der Stange gehalten werden können", so Pothmer. Vielleicht könne heute als avantgardistisch gelten, "wer nicht nur Lösungen für eine kleine Gruppe anbietet".