

Zur Entwicklung am Arbeitsmarkt sprach die »Hannoversche Allgemeine Zeitung« mit Brigitte Pothmer, Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion.
Interview: Michael M. Grüter
Freuen Sie sich über den Rekord am Arbeitsmarkt?
Es ist toll, dass die Arbeitslosigkeit weiter zurückgegangen ist und die Zahl der Beschäftigten weiter zugenommen hat. Doch die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist geprägt von Licht und Schatten.
Die Arbeitsministerin hält fest, dass der Trend der ständig steigenden Sockelarbeitslosigkeit gebrochen ist. Das ist ein historischer Erfolg, oder?
Die gute Konjunktur hat sicher positiv auf den Arbeitsmarkt gewirkt. Das ändert aber nichtsan der doppelten Spaltung auf dem Arbeitsmarkt. Die prekäre Beschäftigung Leiharbeit, befristete Jobs, Minijobs, wächst überproportional. Viele so Beschäftigte können von ihrer Arbeit nicht leben und sind schon nach kurzer Zeit wieder arbeitslos. Hinzu kommt die Kluft zwischen dem Fachkräftemangel und der immer noch hohen Sockelarbeitslosigkeit. Aufgabe der Arbeitsmarktpolitik ist es, Arbeitslose für die offenen Stellen zu qualifizieren. Das gelingt aber nicht wirklich.
Das Mittel der Wahl ist Weiterbildung. Hier werde nicht gekürzt, sagt die Ministerin. Stimmt das nicht?
Die Ministerin führt die Menschen in die Irre. 2011 ist die Zahl derjenigen Arbeitslosen, die eineberufliche Weiterbildung aufgenommen haben, gegenüber 2010 um 37 Prozent zurückgegangen.