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Am Samstag bei der Einweihung der neuen Geschäftsstelle der Grünen in Lüneburg hat Brigitte Pothmer den Leuten vor Ort, die bei der Kommunalwahl so überaus erfolgreich waren, einen Vorschlag für die schrittweise Umbenennung ihrer Heimatgemeinde gemacht. Aus Lüneburg wird Grüneburg. Hier nun die Rede von Brigitte Pothmer im Wortlaut:

Liebe Freundinnen und Freunde,
vielen Dank für Eure Einladung. Es ist schön, dass ich heute hier bei der Eröffnung Eurer – oder besser gesagt: unserer – neuen grünen Zweigstelle dabei sein darf.
Mehr grüne Zweigstellen – das war auch der Slogan zur Kommunalwahl. Dieser Slogan war offensichtlich sehr erfolgreich.
Die Schlagzeile einer großen Tageszeitung am Morgen nach der Kommunalwahl im September lautete: "Die Grünen sind die heimlichen Gewinner!"
Da gibt es von mir heftigen Widerspruch.
Wir sind alles andere als heimlich.
Ganz im Gegenteil: wir haben ein UNHEIMLICH sensationelles Ergebnis erzielt!
Der Stimmenanteil wurde fast verdoppelt,
über 1.500 grüne MandatsträgerInnen setzen sich jetzt in den niedersächsischen Rathäusern für mehr Ökologie und Solidarität ein
und alle drei grünen Bürgermeister wurden wieder gewählt.
Das Land wählt immer mehr grün.
Da ist es doch geradezu putzig, dass Ministerpräsident McAllister am Morgen nach dieser Wahl die Journalisten mit dem Spruch begrüßt hat: "Hier kommt der Sieger!"
Hilfe - die CDU hat über vier Prozent verloren – und feiert das als Sieg.
Was soll denn dazu die FDP sagen? Die haben ja noch nicht mal mehr vier Prozent.
Die neueste NDR-Umfrage in dieser Woche bestätigt diesen Trend. Wenn so gewählt würde, wie die Umfrage es ausweist, dann wäre das mehr als die Verdoppelung unserer Stimmen im Vergleich zu den letzten Landtagwahlen.
Für Schwarz-Gelb würde das bedeuten: Bye bye!
Und das hat sicher auch sehr viel damit zu tun, dass in den letzten Wochen deutlich geworden ist, wie trügerisch das Bild von der glanzvollen Wulff-Ära in Niedersachsen war. Fast wie aus heiterem Himmel wird der jetzige Bundespräsident von seiner Vergangenheit in der hannoverschen Staatskanzlei eingeholt. Zweifelhafte Kredite, zweifelhafte Kontakte zu Wirtschaftsbossen, zweifelhafte Antworten auf parlamentarische Anfragen, gegen den engsten Mitarbeiter Wulffs ermittelt die Staatsanwaltschaft, von Bestechung und Korruption ist die Rede und von Steuergeldern, die in private Taschen geflossen sind.
Aus dem großen Glamour wird jetzt der große Jammer.
Ich freue mich, dass Stefan Wenzel und unsere grüne Landtagsfraktion so konsequent auf die Aufklärung aller Vorwürfe drängen.
Christian Wulff dagegen macht wirklich alles andere als eine gute Figur.
Er beschädigt nicht nur sich selbst; er beschädigt auch das Amt.
Ich finde, er ist ein Präsident zum Abgewöhnen.
Es ist nur zu verständlich, dass Kanzlerin Merkel alles tut, damit die düsteren Wolken, die sich über dem Schloss Bellevue zusammenbrauen nicht auch über dem Kanzleramt abregnen.
Natürlich sieht Ministerpräsident McAllister, der die längste Zeit als CDU-Fraktionsvorsitzender die Umtriebe in Wulffs niedersächsischer Staatskanzlei gedeckt hat, alles ganz anders.
Die Bürger hätten andere Sorgen als Wulff.
Das mag sogar stimmen.
Aber das Problem ist doch, dass CDU und FDP sich um diese Sorgen nicht kümmern, und nichts dafür tun, dass diese Sorgen beseitigt werden.
Die Menschen machen sich Sorgen um die Bildungschancen ihrer Kinder, sie sorgen sich angesichts der andauernden Schuldenpolitik, sie wünschen sich faire Löhne und empfinden Furcht angesichts des ausufernden Rechtsterrorismus. Wo bleibt da die Hilfestellung von CDU und FDP?
Unsere Bundesvorsitzenden haben es auf der Klausur zum Jahresbeginn richtig beschrieben: Die Koalition in Berlin steht insgesamt vor einem Scherbenhaufen; in der Europapolitik ist sie isoliert, die soziale Spaltung im Land nimmt zu und in der Klimapolitik hat Deutschland seine ambitionierte Vorreiterrolle aufgegeben.
Liebe Leute, der wunderbare Kommunalwahlerfolg der Grünen braucht jetzt eine Fortsetzung – zunächst bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und im Saarland und dann endlich, endlich auch bei den Landtagwahlen im Januar 2013 in Niedersachsen und später im Bund.
Und damit sind wir auch schon wieder im hier und jetzt.
Und wir kommen zum unterhaltsamen Teil der Veranstaltung.
Richtig: es geht um die Geschenke.
Wie heißt es doch so schön – leicht abgewandelt?
Eine Tante, die ein Geschenk mitbringt, ist besser als ein Onkel, der nur Klavier spielt!
Ihr seid ja hier nicht einfach nur Lüneburg.
Ihr seid auch eine Hochburg - der Grünen zumindest.
Bei den Kommunalwahlen habt Ihr Spitzenergebnisse geholt und damit landesweit Maßstäbe gesetzt.
Das muss Folgen haben.
Ich würde mal sagen: es geht um nichts Geringeres als dass die Geschichte Lüneburgs neu geschrieben werden muss.
Es mag ja alles stimmen mit den Urnengräbern aus der Zeit der Langobarden, mit den Salzkristallen und mit der Entdeckung der Saline und das mit dem Aufblühen des Handels in den Zeiten der Hanse.
Ich finde jedoch, dass die wirklich großen Entdeckungen und Entwicklungen heute stattfinden.
Über 29 Prozent für die Grünen im Stadtrat und über 22 Prozent im Kreistag.
Sagen wir es mal so:
Der Neuzeit gehört die Zukunft!
Ihr seid hier das Salz in der Suppe!
Und – wie gesagt - das muss und das wird Folgen haben.
Politische sowieso.
Und auch ausschilderungspolitisch sollten Konsequenzen gezogen werden.
Deshalb möchte ich euch heute einen Vorschlag für die schrittweise Umbenennung Eurer Heimatgemeinde unterbreiten.
Das dazu notwendige Anschauungsmaterial in Form dreier Grafiken habe ich natürlich auch dabei.
Phase 1
Bis heute hieß die Stadt bekanntlich LÜNEBURG.
Phase 2
Angesichts der wunderbaren Wahlergebnisse im letzten Jahr bleibt es zwar zunächst noch bei dieser Namensgebung – ab sofort wird jedoch auf allen Ortsschildern zusätzlich der Hinweis angebracht "Hochburg der Grünen".
Phase 3 und letztlich der Schlusspunkt der ganzen Kampagne:
Nach den Landtags- und Bundestagswahlen im nächsten Jahr ziehen wir angesichts der dann zu erwartenden Ergebnisse gleich die konsequenteste Konsequenz und beschließen mit unserer Mehrheit in den Räten die Umbenennung von LÜNEBURG in GRÜNEBURG.
Die Ortsschilder werden dafür mit einem kleinen Untertitel versehen. Wortlaut: Heimliche Landeshauptstadt der Grünen in Niedersachsen.
Lüneburg, Hochburg, Grüneburg -
Liebe Freundinnen und Freunde,
betrachtet erstens meine Anwesenheit heute hier bei Euch als Besuch eines späten Burgfräuleins und nehmt zweitens die drei Tafeln als Motivation und Stimulation für die kommenden Wahlkämpfe.
Ich wünsche Euch vollen Erfolg.
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Artikel im Wortlaut übernommen vom Hamburger Abendblatt (30.01.2012):
Grüne eröffnen ihre "Grüneburg" an der Neuen Sülze
Lüneburg. Mit einem launigen Geschenk hat die grüne Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer die Lüneburger Grünen am Sonnabend bei der Einweihung ihres neuen Büros an der Neuen Sülze 4 überrascht. Drei Ortsschilder brachte die Parteikollegin den Lüneburgern mit: "Lüneburg", "Lüneburg. Grüne Hochburg" - und als letztes: "Grüneburg" als Höhepunkt.
"Lüneburg ist eine grüne Hochburg", hatte Pothmer zuvor gelobt. Die Region habe bei der Kommunalwahl 2011 mit ihren Ergebnissen "für das ganze Land Maßstäbe gesetzt". Das neue Büro der Grünen soll laut den Sprechern Claudia Schmidt und Matthias Wiebe eine Begegnungsstätte werden für die Fraktionen und Mitglieder, die Grüne Jugend und den Vorstand, aber auch Umweltverbände. (carol)