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Sonntagsmatinée in Hildesheim

10. März 2008

"Licht und Schatten zum Frauentag"

Hildesheimer Vereine erinnern im Thega an Opfer von Gewalt / Frauen „netzwerken“ im Kreishaus

Kreis Hildesheim (de). Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Hilfe für Opfer von Gewalt, gleiche Rechte: Über diese und andere Themen haben Frauen und ein paar Männer bei Veranstaltungen in Stadt und Landkreis zum Internationalen Frauentag diskutiert.

An vielen Orten haben sich am Wochenende Frauen getroffen, um anlässlich des Internationalen Frauentages über aktuelle Probleme zu reden – oder auch, um einfach miteinander ins Gespräch zu kommen oder zu feiern.

"Der Internationale Frauentag ist ein guter Tag, um sich zu vernetzen, um Kontakte zu knüpfen", begrüßte Landrat Reiner Wegner die Gäste im Kreishaus. Und sorgte sogleich mit seinem "Sehr geehrte Damen und Herren" für Heiterkeit – denn er war der einzige "Herr" unter den rund 120 Gästen.

Die Frauen, darunter Gleichstellungsbeauftragte, Politikerinnen und Unternehmerinnen, lauschten unter anderem einem Vortrag der Juristin Dr. Barbara Degen aus Bonn. Sie sprach zum Thema "Justitia ist eine Frau – Geschichte und Symbolik der Gerechtigkeit". Ob eine Gesellschaft als gerecht empfunden werde, hänge immer mit Geschlechterdemokratie zusammen, so eine ihrer Botschaften. Gelinge Demokratie nicht, gehe es auch den Frauen schlecht.

Frauentag 2008
Foto: Gossmann (Hildesheimer Allg. Zeitung)

Zu einer Sonntagsmatinée unter dem Motto "(Un)sichtbare Wunden heilen – Hilfen für kriegstraumatisierte Frauen" hatten mehrere Hildesheimer Vereine ins Thega eingeladen: das Frauenhaus Hildesheim, die Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt, das Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge, der Internationale Frauentreff im Asyl und der Flüchtlingsrat Niedersachsen.
Neben Informationen über die Arbeit der Vereine stand der Film "Esmas Geheimnis", der bei der Berlinale 2006 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, im Mittelpunkt. Der Film handelt von dem systematischen sexuellen Missbrauch von Zivilistinnen durch Soldaten und Offiziere während des Bosnienkrieges.

Mit eindringlichen Worten machte die Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer (Grüne) deutlich, dass sexuelle Gewalt gegen Frauen in Krisen- und Kriegsgebieten weltweit weiterhin stattfinde. Daher warb sie dafür, die Arbeit von medica mondiale ideell und finanziell zu unterstützen. Die Hilfsorganisation richtet sich an Frauen, die Opfer sexueller Übergriffe in Kriegsgebieten wurden und versucht, die Täter vor Gericht zu bringen.

Auch hierzulande müsse das Augenmerk auf kriegstraumatisierte Frauen gelegt werden, fordert Karin Loos vom "Traumanetzwerk". Dieser Aspekt sei auch für die Integration wichtig. "Die Frauen brauchen erstmal Hilfe und Behandlung, bevor sie frei für Neues sind – zum Beispiel für eine neue Sprache."

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung

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