


Liebe Freundinnen und Freunde,
früher hießen wir die Grünen Spinner. Erinnert Euch: Solarstrom galt vor dreißig Jahren als Phantasterei. Heute ist er wettbewerbsfähig. Die Hersteller und Anbieter gehen an die Börse, die Umsätze explodieren.
Ökolandbau galt noch vor 20 Jahren als wirklichkeitsfremd. Heute boomt die Branche, es ist "in", sich Bio zu ernähren. Der Markt expandiert.
Ökostrom, Blockheizkraftwerke, Windräder, das rot-grüne Erneuerbare-Energien-Gesetz galt noch vor 10 Jahren als grüne Spinnerei. Es hat mittlerweile über 250.000 neue Arbeitsplätze gebracht. Der volkswirtschaftliche Nutzen wird auf etwa sechs Milliarden Euro geschätzt.
Bioenergiedörfer, wie das im niedersächsischen Jühnde, sind national und international beliebte Reiseziele geworden.
Liebe Freundinnen und Freunde,
da lässt man sich gern als grüne Spinnerin bezeichnet.
Wir sind in guter Gesellschaft:
alle, die über Lösungen für die Probleme von morgen und übermorgen nachgedacht haben und daraus innovative Politik für heute machen wollten, wurden als Spinner bezeichnet.
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir haben in der kurzen Geschichte der grünen Partei wirklich viel durchgesetzt: vor allem mehr Umweltbewusstsein und mehr Toleranz.
Dass eine Frau Kanzlerin ist, ein Schwuler Außenminister, ein Gehandicapter das Finanzressort leitet und ein Mann mit Migrationshintergrund das Gesundheitsministerium,
drückt einen Teil dieses kulturellen Wandels aus.
Das ist so - auch wenn die eben Genannten das falsche Parteibuch in der Tasche haben.
Deshalb kann man uns und Euch und der Welt nur herzlich zum 30-Jährigen Jubiläum der Grünen in Peine gratulieren!
Keine Gratulation ohne Geschenk.
Peine gilt als Stahlstadt. Dieser Werkstoff und seine maschinelle Verarbeitung war Ausgangspunkt für die Industriealisierung und hat somit viele Menschen in Lohn und Brot gebracht, wenn auch viele Produkte nicht gerade zum Segen der Menschheit gereicht haben und die Ökobilanz von Stahl nicht nur positiv ist
ABER: ohne Zweifel wäre die Menschheit ohne Stahl um Etliches ärmer.
Mein ganz persönliches LOB DES STAHLS geht deshalb heute an eine durch und durch sinnvolle, ja man möchte sogar sagen: Jahrhundert-Erfindung.
Es handelt sich um ein sowohl kulturelles als auch verkehrstechnisches Meisterstück,
überdies vorbildlich in der ökologischen Effizienz und in der Steigerung der Volksgesundheit:
DAS FAHRRAD.
Ist es nicht eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet ein Autobauer -nämlich der deutsche Industrielle Adam Opel - das allerhöchste Lob auf das Fahrrad ausgesprochen hat.
Zitat: "Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad".
Das eindrucksvollste Kompliment jedoch, das eine grüne Frau für das Fahrrad lesen kann, habe ich in einer Lobrede von 1901 gefunden, in der es heißt:
"Dem Fahrrad verdankt unsere Frauenwelt die freiere Stellung, die sie heute in der Öffentlichkeit wahrnimmt. Das Fahrrad holte die Haustöchter vom Strickstrumpf und hinter dem Kochtopf weg ….., erzog sie zu selbstständigem Handeln, gab ihnen die Möglichkeit, sich außerhalb des Hauses frei zu bewegen und hat damit auch den Boden für die freie Berufstätigkeit der Frau geebnet."
Sag ich doch: eine wahre Jahrhunderterfindung.
Dieser Erfindung, der Stadt Peine und ihren Grünen ist dieser "dekorierte Stahlstab mit Signalanlage" gewidmet. (Könnte glatt eine Beuys-Installation sein) 30 Fahrradklingeln, die allezeit daran erinnern sollen, dass wir Grünen dafür da sind, die Gesellschaft auf Trab zu halten, ihre Mobilität klimaneutral zu gestalten und Sturm zu klingeln, gegen jede Art von gesellschaftlicher Ungerechtigkeit und Ignoranz.
Drückt auf die Klingel, schlagt Alarm, macht Euch bemerkbar – "für Ökologie und Solidarität" im Alltag und besonders bei den nächsten Kommunalwahlen.
Grüne haben tolle Ideen und Grüne haben tolle Leute.
Ich bin mir sicher, Ihr werdet in diesem schönen Peine hervorragende Ergebnisse erzielen;
auch wenn Eure Stadt – zugegebenermaßen - strukturell für unsere Partei nicht ganz so einfach zu bewerben ist wie zum Beispiel mein Zweitwohnsitz Berlin-Kreuzberg.
Aber hier wie da gilt: Aus der Krise hilft nur Grün!
