Logo der BundestagsfraktionSeitenkopf Pothmer.de

Hannoversche Allgemeine Zeitung

19. Juli 2010

Arbeitschancen Behinderter sinken deutlich

In Niedersachsen größter Zuwachs bei Erwerbslosen

Hannover (gst). Die Entspannung auf dem Arbeitsmarkt gilt nicht für alle Arbeitsuchenden: Die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten steigt in Niedersachsen überraschend stark. Im Juni verzeichnet die Arbeitslosenstatistik einen Anstieg um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im gleichen Zeitraum ging die allgemeine Arbeitslosigkeit in Niedersachsen um 4,6 Prozent zurück. Im bundesweiten Vergleich ist Niedersachsen bei der Zunahme Arbeitssuchender mit Behinderungen trauriger Rekordhalter. Es folgen Hessen mit einem Plus von 8,3 Prozent und Bayern mit 7,7 Prozent.

Die Krise treffe schwerbehinderte Arbeitnehmer offenbar später als andere, aber dafür um so härter, warnte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Brigitte Pothmer. Bei Neueinstellungen hätten sie häufiger das Nachsehen; ihre Chancen, Arbeit zu finden, hätten sich mit der Krise deutlich verschlechtert. Pothmer forderte die Landesregierung auf, sich stärker für diese Gruppe auch auf Bundesebene zu engagieren. Notwendig ist nach Ansicht der Grünen-Politikerin eine Verschärfung der Beschäftigungspflicht. Bislang müssen Unternehmen mindestens fünf Prozent ihrer Stellen mit Schwerbehinderten besetzen. Für jeden nicht besetzten Pflichtarbeitsplatz muss eine Ausgleichabgabe gezahlt werden, die wiederum durch Aufträge an Behindertenwerkstätten gesenkt werden kann.

Pothmer schlägt eine Erhöhung der Beschäftigungsquote auf sechs Prozent vor. Vom Land fordert sie eine Überprüfung von Förderprogrammen wie das „Budget für Arbeit“, das den Übergang von der Werkstatt für behinderte Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt durch ergänzende Betreuung und Lohnsubventionen erleichtern soll. Das Angebot werde in Niedersachsen viel zu selten genutzt. „Die Gründe müssen abgestellt werden.“

Entnommen aus der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung«  im Wortlaut.