Brigitte Pothmer, MdB

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Pressegespräch

23. September 2010

„Investieren ist besser als alimentieren“

Zum Ausklang ihrer Sommertour besucht Brigitte Pothmer am 21.09. den Kreisverband Celle. Auf dem Programm standen ein Gespräch mit der Geschäftsleitung der Agentur für Arbeit, Corinna Feltz von Einem sowie ein Informationsgespräch bei BAKER HUGES, einem international tätigen Unternehmen. Die Niederlassung in Celle gehört zu dem niedersächsischen Forschungsverbund für Geothermie und Hochleistungsbohrtechnik. Geothermie ist neben Sonne, Wind, Wasser und Bioenergie eine verlässliche Energiequelle und somit ein wichtiger Bestandteil für aktiven Klimaschutz.

Der Artikel aus der »Celler Zeitung« im Wortlaut / 23. 9. 2010

Lob für Baker Hughes: Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion im CZ-Redaktionsgespräch

CELLE (klf). Die „personifizierte erneuerbare Energie“ habe sie beim gestrigen Besuch des Celler Bohr-Dienstleisters Baker Hughes erlebt, ist Brigitte Pothmer voll des Lobes über den größten industriellen Arbeitgeber der Region.

Der US-Konzern bohrt eben nicht nur nach Erdöl, sondern engagiert sich auch in Sachen Geothermie. Die Erdwärme sei neben Photovoltaik und Windkraft ein weiteres wichtiges Standbein regenerativer Energiegewinnung, sagt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion beim CZ-Redaktionsgespräch.

Auch angesichts des zunehmend beklagten Fachkräftemangels in Deutschland gehe die hiesige Baker-Hughes-Niederlassung beispielhaft voran, bilanziert Pothmer: „Facharbeiter werden vom Unternehmen selbst ausgebildet. Und es nimmt auch Hauptschul-Absolventen – das ist fast schon ein Alleinstellungsmerkmal.“ Der Mangel an ausgebildeten Fachkräften war auch Thema bei Pothmers Besuch in der Celler Agentur für Arbeit.

„Die Arbeitsagentur hat eine große Tradition in der Betreuung von Kurzzeit- Arbeitslosen“, lobt die in ihrer Fraktion auch für den Raum Celle zuständige Politikerin die Institution. Problematisch sei jedoch die wachsende Zahl von Langzeitarbeitslosen. Hier müsse mit verstärkten Ausund Fortbildungsmaßnahmen gegengesteuert werden. Die Bundesregierung hingegen wolle bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik 16 Milliarden Euro einsparen. Das führt nach Pothmers Ansicht (und hier zitiert die Grünen-Politikerin aus Hildesheim CDU Arbeitsministerin Ursula von der Leyen) zur „Horrorvision“ eines Fachkräftemangels mit gleichzeitig andauernder hoher Arbeitslosigkeit.

„Investieren ist besser als alimentieren“, fordert Pothmer verstärktes arbeitsmarktpolitisches Engagement – das sei besser für die betroffenen Menschen, das rechne sich mittelfristig aber auch für die Volkswirtschaft. Angesichts des Fachkräftemangels brauche Deutschland Investitionen in Aus-, Fort- und Weiterbildung, rügt sie eine „vollkommen falsche Politik“ der Bundesregierung.

So würden im Pflegebereich bundesweit rund 300 000 Fachkräfte fehlen, nennt Pothmer ein Beispiel. „Die Fachausbildung hierfür dauert drei Jahre, doch die mit Mitteln des Konjunkturpakets bezahlte Finanzierung durch die Agentur für Arbeit läuft aus.“ Zukünftig werden nur noch die Kosten für zwei der drei Jahre übernommen, was die entsprechende Ausbildung für manchen unmöglich mache.

Deutschland sei am Scheideweg, bilanziert Pothmer gegenüber der CZ. „Entweder investieren wir massiv in die Bildungsinfrastruktur, um die gesellschaftliche Spaltung zu überwinden. Oder aber alles wird privatisiert – dann werden aber viele Menschen gerade aus der Mittelschicht nicht mehr bereit sein, noch viele Steuern zu zahlen.“

 

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