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Auf Einladung des grünen Kreisverbandes in Wittmund fand am 08.12. ein Diskussionsabend zum Thema Leiharbeit statt. Mit Brigitte Pothmer diskutierten Arne Winkelmann vom DGB sowie Rüdiger Meinen von der Leiharbeitsfirma INSTA Emsjade.

v.l.n.r. Icke-Marie Janssen, GRÜNE, KV Wittmund; Rüdiger Meinen, Leiharbeitsfirma INSTA Emsjade; Ulli Maus, Sprecherin GRÜNE KV Wittmund; Brigitte Pothmer, GRÜNE, MdB; Arne Winkelmann, DGB-Gewerkschaftssekretär
Nachfolgend der Artikel aus dem »Harlinger Anzeiger« im Wortlaut:
wittmund/ - Ein Flexibilitätsbonus soll verhindern, dass Unternehmen die Leiharbeit zu ihren Gunsten ausnutzen.Ein klares Ziel haben die Bundes-Grünen vor Augen: Sie wollen die Leiharbeit nicht verteufeln, sie wollen die Rechte der Arbeiter stärken und damit den Unternehmen die Möglichkeit nehmen, zunehmend Stammpersonal durch Leiharbeiter, die vertraglich nicht abgesichert sind, zu ersetzen.
„Leiharbeit wurde dazu geschaffen, dass Firmen ihre Auftragsspitzen abarbeiten können. Aber die Festangestellten auf Dauer durch diese Arbeiter zu ersetzen, um einen ökonomischen Vorteil zu erzielen, war nicht Sinn der Sache“, sagte die Grünen-Politikerin Brigitte Pothmer, Mitglied des Bundestages, am Mittwochabend im Restaurant „Die Mühle“ in Wittmund. Der Kreisverband der Grünen um Ulli Maus, Icke-Marie Janssen und Rainer Nölken hatte zu einem Diskussionsabend zum Thema „Leiharbeit – Chance oder Knebel?“ eingeladen. Neben Pothmer, die eigens für die Veranstaltung aus Hildesheim anreiste („Für mich ist es selbstverständlich, zu den Kreisverbänden zu kommen.“), saßen auch Arne Winkelmann vom Deutschen Gewerkschaftsbund und der Geschäftsführer der Leiharbeiterfirma Insta GmbH & Co KG, Rüdiger Meinen aus Emden, auf dem Podium.
„Die Leiharbeit darf für die Unternehmer nicht billiger sein“, forderte Pothmer, die auf einen Antrag verweist, den die Grünen jetzt in den Bundestag eingebracht haben, um den Missbrauch mit dieser Form der Arbeitsbeschäftigung einzuschränken. Darin fordern die Grünen einen sogenannten Flexibilitätsbonus.
Die Leiharbeiter, die vertraglich nicht abgesichert sind, keine Kündigungsfristen besitzen und keine Abfindung bekommen, müssen teurer sein, als die Festangestellten. Dazu soll Zeitarbeitskräften eine gesetzlich verankerte Prämie in Höhe von zehn Prozent des Bruttolohnes von vergleichbaren Beschäftigten gezahlt werden. Der Bonus sei unerlässlich, damit der Missbrauch mit der Zeitarbeit und dem damit einhergehenden Lohndumping beendet werde. Zudem müsse daran gearbeitet werden, dass Leiharbeit aus der „Schmuddelecke“ herauskommen, so Pothmer. Die Leiharbeiterfirmen sollten auch Fachpersonal vermitteln können.
„Und sie sollten die Arbeiter fortbilden“, so die Bundestagsabgeordnete. Pothmer weiß, dass einige Unternehmen die Leiharbeiterfirmen auch für die Personalgewinnung nutzen. „So können sie schnell auf qualifiziertes Personal zurückgreifen“, sagt Pothmer.
Beispiele, dass Leiharbeit gut funktionieren könne, fänden sich in Ländern wie Frankreich und den Niederlanden. In Deutschland arbeiten, laut Pothmer, derzeit eine Million Menschen als Leiharbeiter. In der Regel seien sie drei Monate, manchmal aber auch bis zu zwei Jahren bei einer Firma beschäftigt.Über die Diskussion berichten wir morgen.