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25. November 2011

"Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte!" - Aktionstag am 25. November

Keine Gewalt 270Unter der Schirmherrschaft von Brigitte Pothmer werden zum internationalen Aktionstag "Nein zu Gewalt gegen Frauen" rund um den 25. November in über 100 Geschäften in Hildesheim und im Landkreis Hildesheim 25.000 Brötchentüten mit dem Aufdruck "Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte" verteilt. Die Aktion will auf das regionale Hilfs- und Beratungsangebot für Mädchen und Frauen aufmerksam machen.

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Aktion 2511 Content

500 Brötchentüten, gefüllt mit Informationen zum regionalen Beratungsangebot sowie ofenfrischen Brötchen verteilten am 25.11.2011 die Mitarbeiterinnen der Frauen-Beratungsstellen in der Hildesheimer Innenstadt.

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Artikel zu der Aktion im Wortlaut übernommen aus der Leine-Deister-Zeitung (18. November 2011):

HILDESHEIM. Die eigenen vier Wände sind für viele Frauen und ihre Kinder leider kein Ort der Geborgenheit und Sicherheit, sondern der Ort an dem sie Demütigung und lebensgefährliche Bedrohung erleben. Erfahrene Beratungsstellen vertreten die Meinung, dass Gewalt gegen Frauen kein Problem einziger Brennpunkte ist, sondern in allen sozialen, ethischen, Bildungs-und Altersschichten vorkommt. Mit der Aktion „Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte!“ geht  das Hildesheimer Aktionsbündnis in die Offensive und bringt das heiße Thema in den Haushalten in Stadt und Landkreis auf den Tisch.

Am 25. November, dem internationalen Gedenktag „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ werden in etwa 100 Bäckereien und Lebensmittelläden sämtliche Brötchen in den bedruckten Tüten verkauft. Insgesamt sollen 10.000 Tüten in der Stadt und 15.000 Tüten im Landkreis auf diesem Wege in die Haushalte verschiedener Gesellschaftsschichten gelangen und zu Gesprächen über die häusliche Gewalt anregen. Einlegezettel informieren betroffene Frauen über Anlaufstellen die auch anonym in Anspruch genommen werden können. Am selben Tag sind Mitglieder des Aktionsbündnisses, das aus 15 führenden Beratungsstellen und Organisationen besteht, ab 12 Uhr mit einem Informationsstand am Huckup vertreten. Auch außerhalb des Aktionstages arbeiten die Institutionen eng verzahnt miteinander. Seit Inkrafttreten des Gewaltschutz-Gesetzes im Jahr 2001 ist die Gewalt gegen Frauen als Straftat definiert und wird von der Polizei und den Gerichten als solche verfolgt. Nach Auskunft der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Christa Schick, ist es in diesem Jahr bereits zu 665 Polizeieinsätzen gekommen. Ingrid Wilzsch vom Präventionsteam der Polizei berichten von gut 800 Einsätzen in Stadt und Landkreis im vergangenen Jahr. Es liegt aber die traurige Gewissheit vor, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist, weil immer noch die Meinung herrscht, dass die häusliche Gewalt eine reine Privatsache sei.

Um den Opfern, die durch einen Polizeieinsatz bekannt werden, eine nachhaltige Hilfestellung zu bieten, werden die Beratungsstellen von der Polizei informiert. Ingrid Wiltzsch meint, sie sei sehr froh darüber, dass die Informationen weitergeleitet werden dürfen und den Frauen damit „ein Strohhalm“ gereicht werden könne. Die Meldungen erreichen Kerstin Bötjer vom Hildesheimer Frauenhaus. Hier laufen die Drähte des Netzwerkes zusammen, die psychologische oder auch gesetzliche Beratungen und nachhaltige Sicherheitsplanungen anbieten. In schweren Fällen bietet das Frauenhaus auch Unterkünfte an, aber Erfahrungen zeigen auch, dass es vielen Frauen hilft, einfach nur einmal erzählen zu können, was ihnen wiederfahren ist. Selma Fuchs, ebenfalls vom Frauenhaus erklärt: „Wir wollen den Frauen Mut machen, sich aus den gewalttätigen Verhältnissen zu befreien.“

Im Gespräch im Kreise der Bündnispartner wies Karin Jahns als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt darauf hin, dass man mit der Aktion auch die Männer erreichen möchte. Sie könnten mit einer deutlichen ablehnenden Haltung gegenüber Prostitution oder sexisistischen Werbeanzeigen Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen.

Brigitte Pothmer vom Bündnis 90, die schon seit 2007 Schirmfrau der Aktion ist, erklärte in einem Statement: „Gewalt gegen Frauen hat in Deutschland, aber auch weltweit viele Gesichter. Sie reicht von häuslicher Gewalt über Genitalverstümmelung, Zwangsheirat, Gewalt im Namen der so genannten Ehre bis hin zu Frauenhandel und Zwangsprostitution.“ Die Gewaltspirale müsse durch kultursensible Beratungs- und Hilfsangebote durchbrochen werden. / ckb

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Artikel im Wortlaut übernommen aus der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (21. November 2011):

Hildesheim (ick). Es kommt in den besten Familien vor. Rund 800 Fälle von häuslicher Gewalt werden der Hildesheimer Polizei pro Jahr gemeldet. 63 Frauen und ebenso viele Kinder flüchteten im vergangenen Jahr ins Hildesheimer Frauenhaus. Um die Öffentlichkeit auf das Tabuthema aufmerksam zu machen, startet am Freitag, 25. November, in 26 Hildesheimer und über 100 Bäckereien im Landkreis die Aktion: „Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte“.

Im eigenen Heim leben Frauen am gefährlichsten, gibt die Frauenrechtsorganisation „Terre des femmes“ bekannt. Für Frauen ist das Risiko, vom Partner terrorisiert und verprügelt zu werden, weitaus höher als von einem Fremden tätlich angegriffen zu werden. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit spielen dabei keine Rolle.

Die Polizei registrierte allein in diesem Jahr 665 Fälle häuslicher Gewalt in der Stadt. Aber man muss von einer „zwei bis dreimal höheren Dunkelziffer“ ausgehen, sagt Selma Fuchs vom Frauenhaus Hildesheim. Viele Frauen – laut Statistik des Bundesfamilienministeriums von 2004 ist jede Vierte betroffen – wendeten sich aus Scham nicht an die Behörden.

Der 25. November ist ein internationaler Gedenktag. In Hildesheim sorgt unter der Schirmherrschaft der Bundestagsabgeordneten Brigitte Pothmer ein Aktionsbündnis unter anderem aus Beratungsstellen, Stadt und Landkreis, HAWK, Präventionsrat und Polizei zum fünften Mal dafür, dass dieses Datum nicht vergessen wird. An Kiosken, in Lebensmittelläden und Bäckereien werden Brötchen in Tüten verkauft, die bedruckt sind mit dem Motto: „Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte“.

Insgesamt werden 25.000 Papiertaschen mitsamt innenliegendem Infozettel mit den wichtigsten Hilfenummern in Umlauf gebracht und kommen da hin, wo Gewalt am häufigsten vorkommt: In den häuslichen Nahbereich.

Das Bündnis „25. 11.“ will Betroffenen Mut machen, sich aus einem zerstörerischen Umfeld zu lösen. Opfer haben ein „Recht auf Schutz, Beratung und Begleitung“, unterstreicht MO Meyer-Herrmann vom Verein Wildrose. „Gewalt in der Familie ist keine Privatsache“, betont Ingrid Wiltzsch von der Polizeiinspektion Hildesheim. Seit Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes im Jahr 2001 ist sie als Straftat definiert. Damit die Kampagne „Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte“ auch in Zukunft bestehen kann, erbittet das Frauenhaus Spenden auf das Konto 801 295 9 bei der Sparkasse Hildesheim, Bankleitzahl 259 501 30, Stichwort: Öffentlichkeitsarbeit.