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Jury-Mitglied Brigitte Pothmer mit Marcus Witkowski (von rechts) und Reinhard Hoffmann, die für die St.-Franziskus-Schule Röderhof einen Elisabeth-Preis entgegennahmen. Ausgezeichnet wurde die Schule für ihre Projekttage "b.kunst" mit der Grundschule Söhre.
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Artikel im Wortlaut übernommen aus der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung (12. Dezember 2011):
Hildesheim (ur). „Barrierefreie Gebäude sind wichtig. Noch wichtiger ist allerdings die Barrierefreiheit in den Köpfen. Das verstehe ich unter Inklusion“, sagt Heribert Schlensok, Mitarbeiter der Caritas in Hildesheim. In den Räumen des Caritasverbandes für die Diözese fand jetzt die Verleihung des „Elisabeth-Preises 2011“ statt. Unter dem Motto „Kein Mensch ist perfekt“ hatte der Verband aufgerufen, Ideen zur Inklusion von Menschen mit Behinderung zu präsentieren. 25 Projekte aus dem Bistum Hildesheim bewarben sich um Preisgelder in Höhe von 10.000 Euro, die durch die Unterstützung der Darlehnskasse Münster und der Bischöflichen Stiftung „Gemeinsam für das Leben“ zusammenkamen. Gewonnen hat „Crazy Golf“ der Harz-Weser-Werkstätten gGmbH aus Osterode.
„Die Entscheidung für die sechs Preisträger ist uns sehr schwer gefallen. Alle Teilnehmer haben gezeigt, wie Inklusion praktisch funktioniert“, fasste Jury-Mitglied Brigitte Pothmer ihre Aufgabe zusammen, sich für einzelne Projekte auszusprechen. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete machte darauf aufmerksam, dass die bisherige Integrationsstrategie an ihre Grenzen stoße.
„Die Maßnahmen zur Integration fruchten nicht wie gewünscht. Unter dem Stichwort Inklusion müssen wir neue Pfade betreten.“ Die gesellschaftlichen Strukturen müssten sich dahingehend entwickeln, dass sie Menschen mit Behinderung gerecht werden. „Es muss normal sein, verschieden zu sein“, so Pothmer. Ihrer Meinung nach sei der Wettbewerb um den Elisabeth-Preis, der seinen Namen der Heiligen Elisabeth von Thüringen verdankt, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft.
Die eingesandten Ideen waren vielfältig: Ein Kunstprojekt von Schülern der Grundschule Söhre und der St.-Franziskus-Schule in Diekholzen gehörte ebenso zu den Preisträgern wie das Resozialisierungsprojekt „… und morgen sind sie wieder unsere Nachbarn!“ von der „Resohelp Hameln“. Der Sportverein Blau-Weiß Buchholz überzeugte die Jury mit „Spielraum für alle“: Seit 2010 befindet sich auf dem Vereinsgelände ein Spielplatz, der für alle Menschen nutzbar ist.
Die Sieger „Crazy Golf“: „Wir hatten die Idee, eine besondere Form eines Golfplatzes zu errichten. Bei uns können alle Menschen Golf spielen. Auch Blinde, Rollstuhlfahrer und Kleinwüchsige. Beim Golf hat jeder ein Handicap“, betonte Einrichtungsleiter Bernd Goltermann. Die derzeit acht Bahnen bieten einen Golfsport der etwas anderen Art und stecken voller Überraschungen. So werden etwa auf einer Bahn die Bälle nicht mit dem Schläger, sondern mit einem ferngesteuerten Spielzeugbagger in das Loch befördert. Goltermann freute sich über das Preisgeld, das nun in weitere Golfbahnen investiert wird: „Wir wollen zwölf Bahnen errichten. Da können wir jeden Cent gebrauchen.“